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Der Ort
(aus markt-rohr.de)
Zur Gemeinde Helchenbach gehörten die Weiler bzw. Einöden Berg, Aich, Grub,
Obermondsberg, Höfel, Thalhof, Weiherhof, Kleinthalhof und Schöfthal. Zwei
Steinbeile, die innerhalb der Dorffluren gefunden wurden, weisen darauf hin,
dass die Gegend schon in der Jungsteinzeit besiedelt war. Eine Reihe von
Hügelgräbern in den Wäldern bei Grub und Obermondsberg sind Zeugen aus der
Bronze- und Hallstattzeit. Um 600 nach Chr. stießen die Baiuwaren ins Laabertal
vor. So besiedelten sie auch das Tal des sog. Ohbaches. Nach Wallner sind die
Bach-Orte in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts entstanden. Der Namensteil "Helchen-,
Helihin-, oder Helichen" ist mit dem Namen eines Adeligen Helicho zu erklären.
Helchenbach ist somit die Siedlung des Helicho am Bach. Mit fortschreitender
Christanisierung spielten die Klöster als Grundherren eine entscheidene Rolle.
In der Nähe von Helchenbach lagen weitere Edelsitze wie Aetelhausen, das heutige
Adlhausen und Obermondsberg, von dem nur noch ein Burghügel vorhanden ist.
Adlhausen gehörte zum Kloster Geisenfeld, Obermondsberg wahrscheinlich zu Rohr
und Helchenbach zum Kloster St. Emmeram in Regensburg. Im Nordosten des Ortes
liegt im Sintsbucher Forst an der Ochsenstraße eine große kreisrunde
Verschanzung, die wahrscheinlich eine Fliehburg aus der Zeit der Ungarneinfälle
im 10. Jahrhundert war. Auch dort soll ein Edelsitz gewesen sein. Hund (2. Band
S. 244) schreibt: "830 Sinzburg castrum com nemore Sinzpuech, Burgstall" (Burg
Sinzburg mit Wald Sinzpuech). Im Jahre 1037 schenkten Graf Eberhard zu Murach
und seine Frau Adelheid "die Sintzpurckh mit dem Wald Sintzpuech" nebst anderen
Gütern und Besitzungen in Bayern und Österreich für ewige Zeiten dem Kloster
Geisenfeld. (Mon. boic. XIV/271)
Urkunden berichten über das Adeligengeschlecht von Helchenbach. Etwa 1080-85
schenkte der Edle Rudolf an St. Emmeram das Gut Helichinpach unter der
Bedingung, dass es nicht zu Lehen gegeben wird. Ab 1139 treten die Helchenbacher
Adeligen als Siegelzeugen auf: Um 1150 Otto von Helchenbach beim Kauf eines
Hofes zu Richenrut (Reichenroith) durch Kloster Rohr vom Grafen Konrad von
Roning, 1181/82 ein Adelpert von Helchinpach, 1180 Adelprecht und Udalrich von
Helchenbach und 1180 Gebhart von Helchenbach. Ein Otto (Jun.) von Helchenbach
wird zum letzten Male etwa 1193-96 erwähnt. Schöfftal ist in der Stiftung des
Klostergründers Adalbert 1133 aufgeführt. Im Jahre 1406 verkauften Albrecht
Weilberger zu Lauterbach und seine Gattin Mazz, geb. Ebram, ihre Dörfer
Pattendorf, Helchenbach, Wolferthau, Hofendorf nebst Zugehörungen, alles freies
Eigentum mit Ausnahme des zum Hochstift Regensburg lehenbaren Zehenten zu
Krumbach, an Ulrich Regelsdorfer, Probst von Rohr für 1100 Gulden.
Helchenbach gehörte seit urdenklichen Zeiten zu der seit dem 9. Jahrhundert
bestehenden Pfarrei Sandsbach. In den Matrikeln der Pfarrei Sandsbach findet man
als ältesten Eintrag, dass am dritten Februar 1596 ein Petrus Carl von
Helchenbach getauft wurde. 1653 sind ein Georg Hehammer, Bauer auf dem Dalhoff,
und am 7. August 1667 ein Georg Grueber, Bauer von Scheffdall, eingetragen. Im
oberen Ortsteil stand eine kleine Kapelle, die aber abgerissen wurde, als
1911/12 das heutige Gotteshaus gebaut wurde. 1955 wurde es nach Osten hin
erweitert. Die Figur des hl. Florian weist nach Erzählungen der älteren
Dorfbewohner darauf hin, dass Helchenbach im Dreißigjährigen Krieg durch Brand
zerstört worden ist. 1809 zogen die Heere Napoleons und die der Österreicher
durch. Nach 1818 wurde Helchenbach eine eigene Gemeinde. Vor dem 1. Weltkrieg
schon versuchten die Verantwortlichen ein eigenes Schulhaus zu bauen. Ein Gesuch
von 1911 wurde aber abgelehnt. Erst 1951 konnten die Helchenbacher Kinder ihre
Dorfschule besuchen. Doch 1969 war das Ende der kleinen Landschulen gekommen.
Das Dorf wurde in den Schulsprengel Rohr eingegliedert. OL Georg Deinert war der
erste und letzte Lehrer in Helchenbach.